möchtegern tiefgründig

Martin Jüstel probiert sich das Leben und all die Erfahrungen und Erlebnisse, die es mit sich bringt, in Tetrissteinen vorzustellen („Die Tetris These“). Carmen stellt sich hingegen ihre Tage in Form von Blöcken vor, die sie in kleinere Teilstücke unterteilt(Carmens Blogeintrag dazu). Und ich? Ich sitze ziemlich überwältigt auf meinem rückenlehnenlosen Bürostuhl (das soll ja gut für den Rücken sein) und frage mich, ob ich überhaupt ein System, in dem das Leben zumindest ein bisschen Sinn macht, habe.

Also, ich habe mir als kleines Mädchen zum Beispiel vorgestellt, dass je mehr wir wissen, desto grösser werden wir und das sei auch der Grund, wieso meine Eltern so gross waren und mein dummer Nachbarjunge so klein. Aber nachdem ich gemerkt habe, dass nicht alle Erwachsenen so klug waren, habe ich diese These dann auch schnell wieder verworfen.

Aber wenn ich ganz ehrlich bin: Ein striktes System, um mir das Leben logischer zu gestalten habe ich nicht. Und doch probiere ich, wie wahrscheinlich jeder Mensch am ein oder anderen Punkt, zu verstehen versuchen, wieso ich überhaupt hier bin.

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(obligatorischer gif in Noas Blog)

Und ich glaube, dass auch eine winzige These jemandem helfen kann, diese ewig ungelöste   Frage, die wir wohl erst nach dem wir ins Grass gebissen haben oder auch bis in alle Ewigkeit nicht beantworten können, etwas erträglicher zu machen. Wir können ja für alles Metaphern finden, die uns unerklärliche Dinge etwas logischer machen. Wieso sollten wir das dann nicht auch mit der wertvollsten, mysteriösesten, wunderbarsten und manchmal auch der schrecklichsten Sache, die wir haben, tun?

Schlussendlich stimme ich aber Carmen zu: Das Leben lässt sich grundsätzlich nicht systematisieren. Es passiert einfach. Und dagegen kann auch keine Tetris These etwas dagegen tun. Aber wir können uns selbst ja trotzdem hier und da täuschen und uns etwas eingebildete Ordnung in die Unordnung bringen. Denn es hat ja, wie Carmen so schön geschrieben hat, zwar keinen Sinn und Zweck, Ordnung ins Chaos zu bringen, aber versuchen kann man es.

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5 Kommentare zu „möchtegern tiefgründig“

  1. Sie suchen nach einem logischen System, sich das Dasein zu erklären (Ihre Worte: »das Leben logischer zu gestalten«). Na ja. Jüstel versucht ja eher zu erklären, wie es kommt, dass jeder Mensch ein eigenes Bild von der Welt hat, er sucht keine Erklärung dafür, welchen Sinn unser Dasein hat. Ich bin mir nicht sicher, wie genau Sie darauf kommen. Ob seine Tetrissteine oder Carmens Blöcke: Eine Metapher ist nicht notwendig logisch, es ist halt einfach ein System. Ob logisch oder nicht, steht auf einem anderen Blatt. Eine vermeintliche logische Vorstellung kann sich ja als Irrtum herausstellen, wie Sie selbst an Ihrem hübschen Bild von den großen klugen Erwachsenen aufzeigen, das sich dann eben als irrtümliche Logik erwiesen hat. Da musste ich grinsen, besonders über den Nachbarsjungen. Poor boy 😀 Aber: Dass das Leben einfach passiert, heißt meines Erachtens nicht, dass man es nicht als Metapher verstehen kann, wie z.B. mit den Tetrissteinen. Das eine schließt das andere nicht aus.

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    1. Stimmt, wenn ich diesen Beitrag jetzt wieder durchlese, merke ich auch, dass ich wohl etwas vom Thema abgekommen bin. In irrtümlicher Logik bin ich, glaube ich, ziemlich stark… Der Nachbarjunge hat sich aber übrigens verbessert. Er wirft mir keine Ästchen mehr in die Haare, wenn ich von der
      schule nachhause komme.

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